Gute Bands (II): The Doors

Wie ich bereits geschrieben habe, ist es mir ein Rätsel, warum ich bis jetzt nichts über die Doors geschrieben habe, zumal sie die Musikgruppe ist, die mich am meisten bewegt hat.

Wie ich zu den Doors gekommen bin? Ich glaube über’s Radio, wo ja hin und wieder die kurze Version von „Light My Fire“ oder „Break On Through“ läuft. Wirklich intensiv habe ich mich aber erst mit ihnen beschäftigt als ich zum ersten Mal „The End“ gehört habe. Ein Lied, welches bei vollkommener Dunkelheit mit einer brennenden Kerze über Kopfhörer bei voller Lautstärke am besten wirkt. Nachdem ich mir die Complete Studio Recordings und die Doppel-CD „Live In Concerts“ gekauft habe, gab es viel zu entdecken. Ich will hier eigentlich weniger über meine Lieblingssongs schreiben, sondern vielmehr über das Gesamterlebnis „Doors“.

„Würden die Pforten der Wahrnehmung gereinigt, erschiene den Menschen alles, wie es ist: unendlich.“

bzw. auf englisch

„If the doors of perception were cleansed
everything would appear to man as it is, infinite.“

so William Blake (1757-1827) und aufgegriffen von Aldous Huxley in einem Buch über die Wirkung von LSD und Meskalin auf das menschliche Bewußtsein. Dass die Musik der Doors (benannt nach o.g. Zitat) gemeinhin als Drogenmusik gilt, ist mir bekannt. In einem Zivilehrgang las einer ein Buch über Jim Morrison und ich fragte ihn, was da so drin stehe, woraufhin er meinte: „Drogengeschichten“… Ich halte es aber für falsch die Doors auf Drogen zu reduzieren, dafür ist die Musik in einem nicht berauschten Zustand zu hörenswert.

Im Grunde genommen sind die Doors eine Blues Band, gespickt mit außergewöhnlichen Liedern, wie The End, When The Music’s Over, Waiting For The Sun und Riders On The Storm. Die Texte der Doors sind schwer zu verstehen und ich glaube, es ist mir immer noch nicht gelungen jede Textzeile interpretieren zu können. Vielleicht hat sich bei mir dadurch eine eigene nicht beabsichtige Interpretation festgesetzt, die irgendwo tief in mir verwurzelt war und lediglich über die Lieder der Doors in mein Bewußtsein gelangte. Who knows?

Das wohl traurigste/depressivste Lied der Doors ist meiner Meinung nach „Someday Soon“ (auf der Essential Rarities):

Someday soon
Someday soon
Familiar freaks will fill your living room
Rugs lash out their lizard tongues
Your not getting young
Your not getting young

And I hate to remind you but your going to die
And your going to be needing all of your lies

Ein Lied, dass sehr viel Wahrheit beinhaltet und viele Fragen aufwirft. Irgendwann habe ich von Ray Manzarek (Keyboarder der Doors) eine Biografie über die Doors gelesen, in der steht, dass sich in jedem von uns ein kleines Kind befindet, dass beschützt und umsorgt werden will. Wenn dir irgendetwas schlechtes passiert, weist das kleine Kind in dir dich darauf hin, es nicht zu wiederholen. Es baut Mauern in deinem Kopf auf, die drohen immer höher und unüberwindbarer zu werden und die Doors, so Ray Manzarek, wollen mit ihrer Musik diese Mauern und einzementierten Denkweisen aufbrechen, woraufhin ja auch das namensgebene Zitat der Doors hinweist. Und genau diese Wirkung hat ihre Musik auch auf mich, ohne das vor dem Lesen der Biografie derart formulieren zu können.

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