Tod

All our lives we sweat and save
Building for a shallow grave
Must be something else we say
Somehow to defend this place
(Everything must be this way
Everything must be this way)

Mein Opa ist letzte Nacht nach längerer Pflegezeit im Alter von 82 Jahren verstorben. Man muss sagen, dass für ihn das Leben nicht mehr lebenswert war und der Tod eine Erlösung war. Dass das meiner Meinung nach inhaltlose Floskeln sind, liegt daran, dass niemand weiß, was nach dem Tod kommt. Käme man in den Himmel, wäre es wohl eine Erlösung. Würde man wiedergeboren werden, käme es darauf an als welches Wesen man wiedergeboren wird und was für ein nächstes Leben einen erwartet. Und würde nach dem Tod gar nichts kommen, wäre selbst ein Leben im Dämmerzustand, welches ans Bett gefesselt ist, lebenswerter als das Nichts des Todes.

Menschen mit Nahetod-Erfahrungen sprechen von einem Licht und davon, dass das Leben am inneren Auge vorbei läuft und alles genauso ist, wie man es sich vorstellt. „Ungläubige“ hingegen sprechen, dass diese Effekte aufgrund der mangelhaften Sauerstoffzufuhr des Gehirns entstehen.

Egal, welche Ansicht ich über das Leben nach dem Tod habe, so lehrt mich solch ein Schicksalsschlag eigentlich immer, das eigene Leben zu genießen, denn es ist besser als ein Sechser im Lotto. Der Tod eines nahestehenden Menschen ermöglicht es, sich auf das Wesentliche in seinem Leben wieder zu konzentrieren: Ich möchte in meinem Leben meinen eigenen Träumen und Zielen nachgehen und nicht im Rentenalter von 67 plötzlich feststellen, dass das Leben vorbei ist und du dir von deinem verdienten Geld eigentlich nur Zeugs gekauft hast, welches du gar nicht haben wolltest.
In einer Predigt während meiner Konfirmationszeit wurde gesagt, dass das Leben aus lauter Hamsterrädern besteht und es darauf ankommt, sie zu erkennen und sich davon zu befreien.

Auch wenn ich von meinem Opa in den 28 Jahren, die ich ihn kannte, nur gefühlte 12 Wörter gehört habe (er war ein sehr stiller und ruhiger Mensch), so hat er mir doch zwei wichtige Lebensweisheiten vermittelt: 1. die Naturverbundenheit (welche sich bei ihm u.a. dadurch äußerte, dass in der Küche immer ein kleines Glas voller vier- und teilweise fünfblättriger Kleeblätter stand) und 2. Pazifismus (er ist mit 17 Jahren an die Front geschickt wurden und muss dort schreckliche Dinge erlebt haben, die ihn ein Leben lang begleiteten).

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