Ich gehe einfach…

genau dieser Gedanke schießt mir durch den Kopf, wenn ich vor dem Büro des Profs stehe und darauf warte, dass die Tür aufgeht und ich zur mündlichen Prüfung hereingelassen werde. Aber erstmal wird mein Kommilitone raus gelassen, damit sich der Protokollant und Prof über eine Note einigen können. Ich muss gestehen, dass ich den Worten meines Kommilitonen nicht folge und hin und wieder ein „Ja…“ von mir gebe, stattdessen bin ich in höchster innerlicher Anspannung und einem Trance ähnlichen Zustand. Der Prüfling vor mir wird zur Notenbekanntgabe hereingelassen und ich denke das letzte Mal darüber nach „einfach zu gehen“. Der Beweggrund nicht zu gehen, ist nicht etwa, dass ich viel Zeit in die Vorbereitung gesteckt hätte oder der Prof keinen schlechten Eindruck von mir haben soll, sondern ganz alleine, dass es mir auch nach einer verpatzten Prüfung besser gehen würde als würde ich jetzt, ohne die Chance wahrzunehmen, ängstlich vor der Prüfung weglaufen.

Gestern hatte ich eine mündliche Prüfung beim Departmentleiter Informatik. Laut Kommilitonen soll die Prüfung einfach sein. Der Prof stellt oberflächlicher Fragen und du hast die Möglichkeit dort in die Tiefe zu gehen, wo du Ahnung hast. Eigentlich sei es so, dass der Prüfer keine Fragen stellt, sondern du die ganze Zeit redest.
Bei mir war es ganz anders. Er stellte viele Fragen, er ging sehr in die Tiefe (zeichnen sie mal auf, wie der Offset und Delay bei der Zeitsynchronisation berechnet wird!) und seine Fragestellungen zielten entgegen meiner Erwartungen größtenteils auf den Teil der Vorlesung ab, die er nicht gehalten hatte. Nach der Prüfung gab er sogar zu, er hätte mir absichtlich Fallen gestellt…
Das Ergebnis der Prüfung ist eine „Eins“. Ich hätte Beziehungen zwischen den Themen hergestellt, die Sicherheitsprotokolle richtig bewertet und bin auf gestellte Fallen nicht reingefallen. Er fragte, wann ich meine Diplomarbeit schreiben würde. Woraufhin ich ihn vertrösten musste, weil ich ja erst im ersten Semester des Hauptstudiums bin. Zum Abschluss wünschte er mir weiterhin viel Erfolg beim Studium und er hoffe, dass ich bei ihm noch weitere Veranstaltungen besuchen würde. Das ging natürlich runter wie Öl… *g*

Also: Um mal ein Fazit des 1. Haupstudiumssemesters zu machen: Eine Eins und eine Zwei. Kleine Vorlesungsgruppen und ansprechende Themen. Also so habe ich mir das Studium vorgestellt.

Im nächsten Semesters werde ich dann aller Voraussicht nach ein Projekt zum Thema Web Services machen, welches 6 SWS dauert. Und neben einer Vorlesung gibt’s ein Seminar zum Thema verteilter Systemsoftware. Es wird also praktisch im nächsten Semester.

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