Hurricane 06: Durch unser Zelt floss ein Fluss

Letztes Wochenende fand das 10. Hurricane vom Freitag bis Donnerstag statt. Aufgrund des, meiner Meinung nach, schlechten Lineups, habe ich die 95 EUR gespart und bin zu Hause geblieben.

Am Sonntag Abend kam dann ein äußerst starkes Gewitter über dem Festival auf, so dass „Within Temptation“ nicht zu Ende spielen konnten und Muse gar nicht erst die Bühne bestiegen.

Laut Polizei wurden die 50.000 Gäste über das herannahende Unwetter gewarnt, aber offensichtlich wurde diese Information so inkonsequent weitergegeben, dass viele davon nichts erfuhren, obwohl man das per Bühnenlautsprecher und dem SMS-Infodienst des Hurricanes ohne Probleme hätte tun können. Zum Glück gab es meiner Info nach keine Schwerverletzten oder Tote und so bleibt das Unwetter vor allem als einmaliges Naturspektakel, dass die Menschen gemeinsam gemeistert haben, in Erinnerung. Es sind etliche Wertgegenstände, wie Handys, Zelte, Pavillons, DigiCams usw. zerstört worden und daran hat zumindest meiner Meinung nach, der Veranstalter aufgrund seiner schlechten Informationsweitergabe eine gewisse Mitschuld. Aber wie schon gesagt, es ist nichts Schlimmeres passiert und so möchte ich einige Schilderungen und Videos des Unwetters hier präsentieren:

  • Ich habe Eltern gesehen die ihr Gepäck weggeschmissen haben, ihre Kinder unter den Arm geklemmt haben und losgelaufen sind.
    Ich habe Leute, nackt, mit ihren Klamotten in einem Müllsack unterm Arm, zu ihren Autos rennen sehen.
    Der Tunnel am Bahnhof war so voll gelaufen…….das Wasser ging mir bis über das Knie!
    Ein irres Gefühl mit so vielen Menschen in so einem Monsun-Artigen-Regenfall zu stehen und die Masse brüllen zu hören: IST DAS ALLES?

  • dieses Gewitter war wirklich UNGLAUBLICH!
    Eigentlich wollten wir morgen fahren, da bei uns im Camp aber NUR randaliert wurde, hatten wir glücklicherweise schon alles gepackt und ins Auto gebracht.
    Während des Unwetters war eine supertolle Stimmung. Alle haben einfach versucht das BEste draus zu machen, man konnte ja eh nichts dran ändern…
    So verbrachten wir die Zeit unter dem kleinen Turm an der Tribüne mit viiiielen lustigen Fangesängen und Stoßgebeten
    Jo,auf dem Weg versank eine Freundin erstmal bis zu den Oberschenkeln in einer Pfütze, was aber eigentlich VÖLLIG EGALwar, weil wir eh bis auf die Unterwäsche nass waren. Wir waren so froh, dass es nicht unsere Zelte waren, die 10cm mit Wasser geflutet waren..die ganzen sachen sind sicher geschrottet!!!
    Überall saßen Leute bis auf die Unterwäsche ausgezogen in ihren Autos. Am Parkplatz(ein überflutetes Feld)angekommen, ging es erst richtig los. Ich fands sooo super, wie alle durch den tiefen Matsch gelaufen sind und sich gegenseitig teilweise zu zehnt die autos aus dem schlamm gezogen und auf die asphaltierte Straße geschoben haben.Manche fielen im Regen hin, andere bekamen die Massen an Matsch ab, den die sich immer tiefer eingrabenden Reifen freischaufelten!….
    Wir standen förmlich vor Dreck, aber anders ging es ja nicht. Wir kamen einfach nur zusammen daraus! Schade, dass wir nichts mehr voneiander sehen werden, wäre sicher toll sich nochmal zu sehen.

  • ey das war sooo geil, wir hatten unsere sachen zum glück nachmittags schon ins auto gepackt von daher is nix kaputt gegangen, aber war schon extrem geil, wir standen da im drum-zelt, und als dann der erste die bibel rausholte und die apokalypse zitierte, war schon krass^^. nur leider war das olle zelt nicht dicht und so langsam tropfte das wasser dann von oben durch, also ham wir uns dann irgendwann aufn Weg gemacht, erstma vom gelände runter, durch knietiefe wasserlaachen und dann über die straße zu unserem bus, am besten fand ich persönlich die typen die mit schlammschlachten angefangen haben.

  • moinsen! So sind auch wieder zu Hause angekommen. War ja der Hammer! Auf dem Weg zu unseren Zelten ham wir so einige „abgesoffene“ gesehen. War echt übel. Wir haben alle nur gebetet, dass unsere überhaupt noch stehen, was sie sogar taten. Waren wir erstaunt, als dann auch noch alles trocken war*g*
    Wir haben zwar mit Regen gerechnet, aber nicht mit dem was da kam! Das hätte man wirklich mal ansagen können.Heut morgen(ja wir haben notgedrungen im zelt gepennt) hat man dann das Schlachtfeld gesehen. Zig Leute haben ihre Zelte und alles was wohl nicht wichtig war einfach stehen lassen und sind ab…

  • rechts geht die sonner unter, links sieht man die blitze runterkrachen..
    und als es dann richtig angefangen hat musste man sich echt nur noch vor den rumfliegenden pavillons retten ^^… und ob mans glaubt oder nicht, ich hab mich kurzzeitg auf ein dixie klo gerettet, vor denen ich sonst eigentlich nur flüchte…

  • Meine Geschichte: Ich kam mit einer Bekannten von Apokalyptica zum meinem ehemaligen Zeltplatz. (Ich wollte mit der Bekannten schon nach Muse los und hatte also schon gepackt).
    Wir saßen dann ein bißchen bei den Zelten meiner Truppe rum, tranken noch etwas und bewunderten die eindrucksvollen Blitze, während einige Leute schon radalierten. Dan fing es an zu nieseln, und wir dachten uns, wir holen von der Bekannten noch die restlichen Sachen und bringen sie zum Auto und begaben uns dann auf den Zeltplatz, auf der anderen Straßenseite (Festivalgeländeseite), wo es dann richtig stürmisch wurde und die ersten Zelte umherflogen. Wir fanden das Ganze amüsant und freuten uns über ein bißchen „Erfrischung“ als dann der Regen kam. Der ist dann irgendwie nach 1 Minute so stark gewesen, dass ich kaum noch was sehen konnte. Dann haben uns noch 3 Leute in ihrem Zelt mit aufgenommen und uns Zigaretten und Bier gegeben. VIELEN VIELEN DANK DAFÜR. Abwarten…nach 20 minuten noch nix….dann losgerannt zum Auto durchs Knietiefe wasser und fast nackte Mädchen bestaunt. Heute dicke erkältung und sonnenbrand…danke „hurricane“ …ich liebe dich.

  • Wegen der netten Blitze am Himmeln haben wir uns nach 30 Minuten Within Temptation vom Festivalgelände auf zum Campinggelände gemacht, weil wir zum einen nicht sonderlich an der Band interessiert waren und uns zum anderen am meteorlogischen Spektakel amüsieren wollten. Als dann doch statt einem netten Blitzgewitter Monsunregen einsetzte, haben wir uns kurzfristig entschieden, noch am Abend zu fahren statt Montag morgens. In Windeseile die Zelte und Klamotten gepackt und los durch das Unwetter. Knietief durch Matsch und Sumpf irgendwie quer über das Campinggelände zum Auto.
    Dort angekommen bis auf die Unterwäsche ausgezogen, die nassen Klamotten in die Müllsäcke (für das Müllpfand hätte man sich auch ein Sixpack holen können), alles Zeug ins Auto gequetscht. Tja, nur losfahren ging nicht, der Wagen steckte im Matsch, also zu viert in Unterwäsche im Micra gepennt, war auch ne lustige Sache. Ich hatte unterwegs meine Vans bis zur Untauglichkeit ruiniert (und mein Handy zerstört) und durfte dann am nächsten Morgen um sechs (man schläft nicht lange in einem Micra) dank der Mithilfe zweiter Mitmenschen (ohne die wir nie aus dem Matschloch gekommen wären) barfuß nach Hause fahren die 300 Km nach Dortmund, zwischendurch alle in Unterwäsche durchn Rasthif/Tankstelle.

  • bei den helden haben wir uns schon gewundert was der kleterer da an der leinwand macht. als wir dann zum campingplatz c13 zurück sind haben wir schon hübsche blitze gesehn. also das letzte zelt abgebaut und schon ging die apokalypse los. auch für mich das heftigste unwetter dass ich je gesehn habe. zuerst haben wir schutz unter einem halb kaputten pavilion unserer nachbarn gesucht. als der dann drohte komplett die grätsche zu machen, baten wir um asyl bei anderen nachbarn in einem großen standfesten zelt ala drk. dort waren wir nicht die einzigen. an dieser stelle nochmal ergebensten dank an unsere nachbarn, ohne euch wären wir völlig aufgeschmissen gewesen. dann als sich der regen stwas gelegt hatte, beine in die hand und richtung straße. am durchgangszelt ersma wasser bis zum knie, dann auf die straße und richtung p3b wo wir abgeholt werden sollten. krasse szenen auf p3a: autos die bis zur karosserie im schlamm stecken. jeder hilft hier jedem, teils vergeblich. dann abholbully gefunden, ausgezogen und rein. eine echt krasse flucht, die man miterlebt haben muss. dabei hatten wir eigentlich noch sehr viel glück.
    wir mussten lediglich eine kühlbox und ein aldi zelt zurücklassen.

  • Respekt! Wirklich all meinen Respekt an die ganzen Leute die trotz allem ihre gute Laune nicht verloren haben und alles gefeiert haben was es zu feiern (oder eigentlich auch nicht zu feiern) gab. „Wir stehn im Schlamm und singen STAU fallera, STAU fallera bis morgen früüh“

    Nachdem wir gut zwei Stunden auf P1 standen – naja nicht ganz, 20 meter vorwärts ging es irgendwann sogar mal – haben wir uns einen schönen Weg quer über den Parkplatz gesucht. „Hm das geht, immerhin endet dieser Weg nicht in einem riesigen See (a.d.R.: mit Kombi+Anhänger als kleine Insel) wie der auf dem wir gerade sind“.

    Selten hatte ich eine bessere Idee, denn nur 10 Minuten später… steckte unsere Kollone aus drei Autos plus zwei weiteren die uns wohl für vertrauenswürdig hielten (dumme Idee ^^ ) im tiefen Schlamm fest. „Hm wir dachten ihr wisst wo es lang geht. Naja, ER dachte es, aber er ist auch der Fahrer“ xD
    Aber da waren wir ja wirklcih nicht die einzigen hab ich gehört – und gesehen – und beim schieben gemerkt *g*. Es war toll. Ich bin immer wieder fasziniert dass sich die Leute einfach nicht unterkriegen lassen. Komme was wolle!

    Danke an alle die irgendwie mit Fußmatten und Schubkraft mitgeholfen haben. Danke an alle die einen Vorderantrieb haben und nicht mit dem Heckantrieb dafür gesorgt haben dass wir zu Schlammmonstern wurden. Danke an alle Leute die in den gleichen Raststätten wie wir waren und in Boxershorts, barfuß, mit freiem Oberkörper, vollkommen verschlammt oder in Badelatschen dafür sorgten dass wir uns nicht ganz so blöd vorkamen.

  • Zitat Mensch aufm Parkplatz: „Ich bin der Bademeister, am Beckenrand wird nicht gehüpft!“
  • Auch gehört: „Berlin, Berlin, wir schwimmen nach Berlin“

Hier gibt’s einige Videos zum Unwetter:

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