Google.cn

google.cnIch verstehe nicht so ganz die Aufregung: Google lässt sich auf Zensur und jahrelange Geschäfte mit einem Staat ein, der Menschenrechte nicht anerkennt. Nun wird dieser Markt, da er für Google nicht lukrativ genug ist, aufgegeben. Doch anstatt dies so zu kommunizieren, wird als Begründung für den drohenden Rückzug aus China Hackerangriffe seitens der chinesischen Regierung auf Mails von chinesischen Menschenrechtsaktivisten genannt. Und die freie, westliche Welt feiert die Drohung des Konzerns China den Rücken zu kehren, Menschenrechtsorganisationen jubeln, Chinesen legen Blumen vor der chinesischen Google-Zentrale nieder und schon wird die Datenkrake Google in deutschen Blogs in den Himmel gelobt…

Fassen wir zusammen:

  • Jahrelange Zensur und Unterstützung des chinesischen Machtapparats – vergessen
  • Eigentlichen kommerziellen Grund für den Rückzug – verschwiegen
  • Hackerangriff vorgeschoben – als würde Google nicht auch durch Geheimdienste anderer Länder gehackt werden
  • Ergebnis: Google, Olé!

Liebe Google-ianer, ist das nicht etwas zu einfach?!?

5 Gedanken zu „Google.cn

  1. Hi Crille,

    ich bin mir nicht sicher, ob du meinen Artikel ganz gelesen hast, denn der in deinem Artikel vorgebrachte Vorwurf (an meinem Artikel) ist nicht ganz zulässig. Das sollte spätestens in meiner Berwertung der Umstände deutlich geworden sein.

    Beste Grüße,

    Marek

    1. Moin Marek!

      Ich mache nicht allen Blogs den Vorwurf, dass sie den Grund für Googles Entscheidung alleine in dem Don’t be evil-Wahlspruch sehen. Gerade deinen Artikel finde ich sehr aufschlussreich, da er viele mögliche Fassetten der Entscheidung beleuchtet.

      Aber wenn man in anderen Artikeln nichts darüber liest, dass Google sich seit 2005 auf dem chinesischen Markt engagiert hat – sich also 4 Jahre lang auf Zensur eingelassen hat – und nun so tut als sei Google der Retter der freien Welt, finde ich das sehr naiv. Hätte sich Google 2005 gegen China entschieden, dann hätte ich gejubelt.

      Natürlich würde Googles Image büßen, sollte ein Hackangriff glücken. Aber chinesische (und andere) Hacks auf Google wird es auch nach dem „Stecker in China ziehen“ geben. Man ist erst dann nicht mehr „hackbar“, wenn man alle Server vom Internet trennt – das wird Google aber wohl kaum machen ;)

  2. die Google Aktion verbergt sich politischen- und auch die geschäftliche Interesse.
    Zensur und Menschenrecht sind seit Jahren bekannte Themen, Druck von Außenwelt macht China eher stur und entschlossen.

    Der Rückzug aus China Markt ist schade von beiden Seiten, das sperrt eine Tor zu China.

  3. Hallo nochmal,

    ich teile deine Meinung. Und habe sie auch so in meinem Artikel vorgebracht. Daher finde ich, „Doch anstatt dies so zu kommunizieren, wird als Begründung für den drohenden Rückzug aus China Hackerangriffe seitens der chinesischen Regierung auf Mails von chinesischen Menschenrechtsaktivisten genannt“ zu schreiben und dabei auf meinen Artikel zu verlinken, von deiner Seite nicht ganz fair.

    LG und schönes WE,

    Marek

    1. Moin Marek!

      Der Link-Text zu basicthinking ist „drohenden Rückzug aus China Hackerangriffe seitens der chinesischen Regierung auf Mails von chinesischen Menschenrechtsaktivisten“… Da taucht also nirgends irgendeine Unterstellung auf und es ist eine gute Umschreibung deines Artikels. Ich habe diesen Linktext gewählt, weil dein Artikel weitere Hintergründe zum Rückzug Googles bereithält.

      Grüße
      Christian

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