Urlaub auf Kreta in Rethymnon

Nach Diplomarbeit und Semesterferien, die fast immer für Prüfungen und Blockseminare drauf gingen, war es am 17.08. Zeit für einen richtigen zweiwöchigen Urlaub mit Freundin, Meer, schönem Wetter und ganz viel Entspannung.

Der Anreisetag begann früh. Um 4:30 Uhr klingelte der Wecker in Hamburg. Wir hatten schon am Vorabend eingecheckt, um nicht noch früher aufstehen zu müssen. Als wir am Flughafen waren, wurde es hell und es sollte ein typischer deutscher Sommertag 2011 werden: Regen bei 16°. Wir waren froh, im Flieger in den Sommer zu sitzen, der langsam auf die Startbahn rollte. In einem startenden Flugzeug zu sitzen, ist faszinierend: Du wirst in den Sitz gedrückt und polterst über die Landebahn. Sobald das Flugzeug abgehoben ist, ist es ruhig und innerhalb eines Bruchteils weniger Sekunden befindest du dich weit über Hamburg. Die Wolkendecke wird durchflogen und plötzlich wird es hell: Die Sonne strahlt von oben das Wolkenmeer an, aus dem der Flieger gerade aufgetaucht ist. Einfach wunderschön. Hier versteckt sich also die Sonne!

Auch wenn das Fliegen fasziniert, ist es doch jedes Mal ein Abenteuer: Die Vorstellung, dass du in einer Metalkiste 11 km über dem Grund saust, ist alles andere als beruhigend. Dass Fliegen immer noch ein Abenteuer für mich ist, liegt aber wohl daran, dass ich es so selten mache.

Echtes Urlaubsfeeling kam auf, als wir uns im Landeanflug auf unseren Zwischenstopp in Santorini (hört sich nach Italien an, ist aber Griechenland) befanden. In etwa 5 km Höhe flogen wir über die Ägäis, die übersät mit kleinen Inseln ist. Ein großartiger Anblick.

Blick über Rethymnon (Kreta)
Blick über Rethymnon (Kreta)

22 Minuten nach der Zwischenlandung auf Santorini kamen wir in Heraklion auf Kreta an. Es war heiß, wir waren total groggy vom frühen Aufstehen, dem wenigen Essen und Trinken und der klimatisierten Luft im Flugzeug. Der Shuttle vom Flughafen zum Hotel dauerte etwas mehr als eine Stunde. Die Fahrt erlaubte einen ersten Blick auf Kreta. Die Insel ist trocken, warm und überraschend gebirgig. Die Berge auf dieser Inseln sind bis zu 2.500 m hoch – ziemlich hoch für jemanden, der aus der Norddeutschen Tiefebene stammt. ;o)

Hotel May Beach

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Das May Beach Hotel sollte unsere Herberge für die nächsten zwei Wochen werden. Wir hatten es uns ausgesucht, weil es klein und familiär, mit 4 Sternen gut bewertet und es nah am Meer und nicht ganz abgeschieden in der Pampa liegt – Tavernen und Supermärkte gibt es in unmittelbarer Umgebung.

Das Fazit zum Hotel fällt gemischt aus. Es liegt an einer relativ lauten Straße, auf der auch nachts trotz 40er Zone mit den Rollern rumgeknattert wird. Durch die vielen „All Inclusive“-Gäste bekommt auch ein Halbpension-Gast, der ein Glas Coca Cola© für 2 EUR bestellt, billige Lidl Freeway-Cola, die pro Flasche 60 Cent kostet. Es gab warme Gerichte auf dem abendlichen Buffet, die so wässrig, fad und zerkocht geschmeckt haben, dass man das Pasta-Gericht auf dem Rückflug mit Condor als Genuss tituliert hat, mit den besten Glasarbeiten dresden.

Pool des May Beach Hotels in Rethymnon
Pool des May Beach Hotels in Rethymnon

Positiv muss man die ruhige Pool-Anlage mit den vielen, ausreichend vorhandenen Sonnenliegen (also ohne morgendliche Handtuchreservierung) festhalten. Daneben waren die Hotelangestellten immer freundlich und hilfsbereit, egal ob es um Handtücher, Empfehlungen für gute Tavernen oder das Flackern des ARD-Senders am Samstag-Abend zur Fußball-Bundesliga ging.

Die Bear Grylls Gedächtnisbrücke

Bear Grylls-Brücke
Bear Grylls-Brücke

Abenteuerlich ist der 5 minütige Weg vom Hotel zum Strand, auf dem man das ausgetrocknete Flussbett mit einer selbstgebauten und etwas wackligen Brücke überqueren musste: Die Bear Grylls-Brücke ist nur etwas für echte Männer. Links und rechts säumen hohe Bambus-Pflanzen den Weg, in denen laut zirpende Grillen ihr Unwesen treiben. Anfangs dachten wir, das Geräusch der Grillen stammt von jungen Vögeln in Nestern, weil es zu laut war.  Über die Brücke gelangt man zu einem besonderen Schmankerl in der Gegend – der:

River Taverna

Die River Taverne ist schon alleine wegen ihrer Lage, dem Ambiente und der Aussicht ein Genuss. Oft lief mit Bob Marley oder Samba passende Sommermusik. Die warme Brise vom Meer, während man einen leckeren Salat isst und dann dieses Panorama:

Aussicht River Taverna
Aussicht River Taverna

Etwas schade, dass man nicht ganz so zufrieden mit dem Preis-Leistungsverhältnis sein kann. Während Salat- und Getränkepreise fair erscheinen, sind Fleischgerichte ziemlich teuer. Das Souvlaki mit einer kleinen handvoll Pommes war weder sättigend noch ein kulinarischer Genuss. Die Verhältnisse bei den Preisen sind ebenfalls nicht ganz einleuchtend:

  • Bifteki ohne Fetakäse: 7 EUR
  • Bifteki mit Fetakäse 10 EUR

Hmm?!?

Für die Küche der River Taverna spricht jedoch, dass sie trotz Strandlage in der Nähe der Touristenhotels von vielen Einheimischen besucht wird, die dort Fisch essen. Mir war der Fisch jedoch für einen Mittagssnack zu teuer, so dass ich die Qualität nicht beurteilen kann.

Oben: Welle; Unten: Freakcommander
Oben: Welle; Unten: Freakcommander

Zwei Liegen und ein Sonnenschirm am Strand der River Taverne kosteten 5 EUR pro Tag. Der Strand war sandig, wobei es in der Brandung für etwa 2 Meter kiesig bis steinig war. Die sehr hohen Wellen, die häufig zum Schwimmverbot im Meer führten, waren nicht zu unterschätzen! Das Meer wurde sehr schnell tief und die riesigen Wellen schlugen auf den Stein-/Kiesstreifen auf, sodass man dort lieber nicht untergetaucht werden wollte.
Bei meinem spektakulärsten Wellen-Stunt zog mich eine Welle, die eigentlich schon vorbei war mit an den Strand, während ich Rolle rückwärts vom Wellenkamm mit dem Rücken auf den Kies knallte.

Auch war es alles andere als einfach das Meer wieder zu verlassen, da die Wellen in Verbindung mit dem Kies zu wenig Standfestigkeit auf dem sehr abschüssigen Brandungsbereich führten. (Welch ein Satz!)

Der Besuch in Rethymnon… Quickly! Quickly!

Rethymnon Innenstadt
Rethymnon Innenstadt

Um dem Urlaubstrott von Strand, Pool, Buffet, Taverne zu entkommen, fuhren wir mit dem Bus in die nächstgrößere Stadt: Rethymnon. Neben der großen venezianischen Festung sind vor allem die schnoorähnlichen Gassen in der wuseligen Innenstadt in Erinnerung geblieben. In den alten Gassen tobt der Bär.

Wir wollten zwar ein von Maria empfohlenes Restaurant in Rethymnon aufsuchen, allerdings war es auch abends um 18 Uhr noch so warm in der Stadt, dass einfach kein Hunger aufkommen wollte. So machten wir uns zur Bushaltestelle auf, um Richtung „Hotels“ zu fahren, wie es auf dem Fahrplan stand. Der halbstündig fahrende Bus bog gerade um die Ecke, sodass wir uns beeilen mussten. Wir fragten den Busfahrer, ob er Richtung „Hotels“ fährt.

  • Yes.
  • We need 2 tickets.
  • [unverständliches Griechisch] Quickly! Quickly! *auf Kiosk zeigend*
  • I don’t unterstand!
  • Quickly! Quickly!
  • ???

Caro fiel dann ein, dass sie irgendwo gelesen hatte, dass man Tickets teilweise am Kiosk kaufen muss. Also schnell zum Kiosk und zwei Tickets gekauft. Ich frage mich ja, was der Busfahrer sagt, wenn in der Nähe der Haltestelle kein Kiosk ist.. Vielleicht bekommt man dann eine Freifahrt?!

Obwohl Kreta touristisch erschlossen ist, können nur sehr wenige Griechen deutsch. Englisch ist zwar verbreiteter, aber schon im Supermarkt in unmittelbarer Nähe zum Touristen-Hotel bringt die Kassiererin gerade mal ein „Hello“ und „Bye“ über die Lippen. Daher ist es schon hilfreich, wenn man wenigstens ein paar Wörter griechisch kann:

  • Kalimera: Guten Morgen
  • Kalispera: Guten Abend
  • Yassas: Hallo
  • Yamas: Prost
  • Efcharisto: Danke
  • Parakalo: Bitte
  • Ne: Ja
  • Ochi: Nein

Und somit ist auch klar, wie es Griechenland in die Eurozone geschafft hat:

EU: Habt ihr Schulden?
Grieche: Ne.

Fazit

Kreta ist definitiv eine Reise wert, gerade weil es nicht überlaufen ist. Wir wollten v.a. am Strand liegen, baden und entspannen – dafür ist die Insel mehr als geeignet.

Und wunderschöne Sonnenuntergänge gibt es gratis oben drauf! ;o)

Sonnenuntergang
Sonnenuntergang

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