Keine Frage: Dass die rechte Terrorzelle jahrzehntelang unbehelligt deutschlandweit morden und hinrichten konnte, ist beschämend und alarmierend zugleich. Über die kontinuierlich steigende Zeitangaben der deutschen Toptweets im Google Reader musste ich trotzdem schmunzeln..
Wieso sich die Attentäter nach einem erfolgreichen Banküberfall erschossen und ihre Wohnung anzündeten (siehe)
Warum der V-Mann als Kopf der Nazi-Gruppe "Thüringer Heimatschutz" (in der die Attentäter aktiv waren) nichts mitbekam (siehe)
Was da los war als 2006 beim "Döner-Mord" zufällig ein Verfassungsmann Zeuge am Tatort war (siehe)
Wieso ein V-Mann die Döner-Morde der mafiösen Organisation türkischer Nationalisten anhängen wollte und dafür Geld und das Entgegenkommen der Justiz verlangte (siehe)
All das werden wir wohl nie erfahren, denn es sind die BESTEN der BESTEN der BESTEN, Sir!
Habt ihr euch auch schon gefragt, warum Osama bin Ladens Deckname bei seiner angeblichen Tötung durch die Navy SEALs "Geronimo" war? Was hat der Top-Terrorist mit dem Indianer-Häuptling zu tun? Die offensichtliche Antwort wäre, dass beide Widerstand gegen die USA leisteten.
Der Freakcommander ist allerdings einem Komplott auf die Schliche gekommen, das bis nach Deutschland reicht. Spätestens seit Michael Moores Fahrenheit 9/11 wissen wir, dass Osama bin Laden aus einer steinreichen Familie stammt, die auch in den USA Geschäfte macht. Wenig verwunderlich ist es daher, dass es ein (zugegeben sehr schrilles) Foto von 1971 gibt, auf dem Osama bin Laden (zweiter von rechts) und seine Familie mit einem pinken Cadillac zu sehen sind.
Und an was denken wir, wenn wir die Begriffe Cadillac und Geronimo hören? Richtig. An unseren Superstar Dieter Bohlen und Modern Talking:
Eine etwas überraschende Verbindung zwischen Osama bin Laden, Navy SEALs und Modern Talking. Ok, mag ich alle drei nicht. Lässt aber zahllose Spekulationen und weitere Verschwörungstheorien zu..
PS: Hmm, das ist gar kein Cadillac auf dem Foto, sondern ein Chrysler Imperial? Ähhm, Photoshop sag' ich nur!
Als ich neulich die 45 minütige Doku "Risiko Atomkraft" des NDR gesehen habe, dachte ich "Je mehr man weiß, desto weniger will man wissen."
Der GAU scheint trotz der Eintrittsmöglichkeit etwas zu sein, womit man sich lieber gar nicht erst beschäftigen möchte. Die freiwilligen Feuerwehren nehmen zwar an Übungen teil, die Bevölkerung wird aber nicht mit eingebunden (anders als in Japan). Schulen und Kindergärten im näheren Umkreis der AKWs haben keine Jodtabletten vorrätig und wissen auch nicht so genau, was man im Falle eines GAUs machen soll. Ein Schulleiter würde zum Beispiel seine Schüler auf dem Sammelplatz auf dem Schulhof antreten lassen, obwohl dort die Strahlung höher ist als innerhalb des Gebäudes.
In der Doku gibt es ebenfalls ein Interview (s. folgendes Video) mit einem Schichtleiter eines AKWs zum Thema Sicherheit bzw. "Risiko Mensch", welches allerdings durch den Pressesprechers kontrolliert wird. Interessant wird es als ein Kamerateam bei einem echten Störfall in Brokdorf im Kontrollraum dabei ist. Verwunderlich, was für Leute im Kontrollraum arbeiten: ein ehemaliger zweiter Ingenieur einer Autofähre und ein ehemaliger Elektroinstallateur. Nichts gegen diese beiden Berufsstände, aber ich dachte, dass man wenigstens studiert haben muss, um dort zu arbeiten... Wobei ich selbst studierten Menschen nicht zwangsläufig zutrauen würde, ein komplexes technisches System wie ein Atomkraftwerk beherrschen zu können. Der Umgang mit dem Störfall erinnert stark an Homer Simpson:
Wer sich selbst mal als Kontrolleur eines AKWs versuchen will, sei dieses Flash-Game ans Herz gelegt (Klick auf Bild):
Und selbst wenn man unterstellen würde, dass die Technik und Mitarbeiter eines Atomkraftwerks fehlerfrei arbeiten und es keine "interne Risiken" gibt, muss der Staat Terrorangriffe als "möglich" einschätzen - oder warum werden in diesem Staat die Bürgerrechte beschnitten?
Und so ein Terrorist könnte sich nicht nur mit einem Flugzeug auf ein AKW stürzen, sondern Al Qaida ist laut dem Waffenexperte aus der Doku im Besitz von panzerbrechenden Waffen. Der Terrorist könnte damit aus größerer Entfernung auf das AKW schießen und selbst neuere Atomkraftwerke könnten diesen Angriff nicht standhalten. Und dann wird in der Doku "Risiko Atomkraft" des NDR eine Sprecherin eines AKWs zum Thema Terrorgefahr interviewt und das möchte ich doch mal gerne zitieren:
Frage: Wie schätzen sie die Terrorgefahr ein? Sprecherin: Wir haben beispielsweise neulich eine Übung gehabt, in der simuliert wurde, dass Terroristen dieses Kraftwerk angreifen. Wir haben zusammen mit der Polizei und dem Objektsicherungsdienst.. ist es uns gelungen, diesen Angriff abzuwehren.Das heißt, die Terroristen sind überhaupt nicht bis in Sicherheitsbereiche vorgedrungen.Es ist ihnen nicht gelungen. Frage: Welche Art von Terrorangriff haben sie da geübt? Sprecherin: Ein Angriff, die... Die Täter sind über den Zaun und wollten in den Sicherheitsbereich der Anlage eindringen. Und das ist ihnen nicht gelungen.
[...]
Ok, gut zu wissen, dass "kleine Jungs"-Späße, wie in einem Freibad nachts einzusteigen, in einem AKW nicht möglich sind. Aber selbst ich als Laie kann mir bedrohlichere Angriffe vorstellen. Aber Risikoanalysten von AKWs scheinen eh nur eine eingeschränkte Phantasie zu haben, wie Japan zeigt: "Ok, wir bauen erdbebensicher. Aber ein gleichzeitiger Tsunami? In einem Land, aus dem der Begriff "Tsunami" stammt? Also ehrlich. Wie unwahrscheinlich ist das denn?!" Konnte man ja wirklich nicht ahnen...
Und noch großartiger sind die Gegenmaßnahmen für Luftangriffe auf AKWs: Zivilflugzeuge abzuschießen, verstößt ja laut Bundesverfassungsgericht gegen das Grundgesetz. Auch dann, wenn ein Flugzeug von Terroristen übernommen wurde und auf ein AKW zu stürzen droht. Also dachten sich die Sicherheitsexperten muss man die AKWs im Notfall tarnen. Womit? Mit Nebel. In der Marine wird das auch als Verteidigungsmaßnahme für Schiffe eingesetzt. Moment mal! Kann sich ein Schiff bewegen? Ja! Kann sich ein Atomkraftwerk im Nebel bewegen? Nein! Was bringt also Nebel?!
Wie schon anfangs geschrieben: "Je mehr man weiß, desto weniger will man wissen." Das Dumme ist nur, dass die AKWs nicht irgendwo in Japan oder den USA stehen, sondern direkt in der Nachbarschaft. Die Zeit hat eine tolle, interaktive Karte mit dem Titel: Wie viele Menschen leben im direkten Umkreis von Atomkraftwerken? Der maximale Umgebungsradius von 80 km ist wegen des radioaktiven Niederschlags wohl eher ein Best Case-Szenario...
Al Qaida oder besser: die instrumentalisierte Angst vor Al Qaida macht möglich, wovon die Stasi nur träumen konnte. Sämtliche Verbindungen (Internet, Handy, Telefon) werden gespeichert - Vorratsdatenspeicherung nennt sich das. Welch eine Form der Überwachung damit ermöglicht wird, zeigt diese Seite der Zeit. Malte Spitz von den Grünen hat seine Vorratsdaten von der Telekom eingeklagt und sie der Zeit zur Verfügung gestellt. Neben öffentlich verfügbaren Informationen aus seinem Blog und Twitter-Account ergibt sich so eine Karte mit sämtlichen Aktivitäten der letzten 6 Monate - der Bürger ist endgültig gläsern geworden. Der Überwachungsstaat wird somit immer realer.
Die Logik der Vorratsdatenspeicherung erschließt sich einem nicht: Nehmen wir an, ein Al Qaida-Selbstmörder will ein Anschlag in Deutschland durchführen. Verhindern diese Daten solche Attacken? Nein! Was bringt die spätere Aufklärung solch einer Tat mit diesen Daten? Nichts. Oder glaubt ihr, die Komplizen bleiben schön in Deutschland und warten bis die Polizei die Vorratsdaten ausgewertet hat? Wohl kaum. Verbrechen kann man nicht verhindern!
Außerdem wäre da noch die Frage, ob von Al Qaida bei den bisher 0 (in Worten: null) Anschlägen in Deutschland wirklich eine derartige Bedrohung ausgeht, wie die Politik das immer wieder darstellt:
Terror-Warnstufe: hoch
Terror-Warnstufe: sehr hoch
Terror-Warnstufe: noch höher...
Und dann sind die Hinweise des Al Qaida-Insider, die zur Sperrung des Bundestags und den Polizisten mit Maschinenpistolen auf Bahnhöfen geführt haben, nur gefaket. Wie Volker Pispers in seinem Bühnenprogramm es so schön auf den Punkt bringt:
9000 Tote jährlich durch Passivrauchen in Deutschland. Täglich 43 Tote durch Ärztepfusch. Da muss ein Al Qaida-Kämpfer lange für stricken. Beim Alkohol ist alleine Paulaner erfolgreicher als Al Quaida.
Die künstlich gepushte Angst vor Al Qaida wird von der Politik genutzt, um dem Bürger Freiheiten zu nehmen, Gesetze durchzudrücken und abzulenken. Dieses Spiel hat die Bush-Regierung geradezu perfektioniert und ist endgültig in Deutschland angekommen. Gratulation!
Und jetzt stell dir mal vor, was Diktatoren wie Gaddafi oder Mubarak mit solchen Daten in ihrem Land anfangen würden? Richtig, diese pösen, protestierenden Terroristen verfolgen.. Super...!