Projekt

Der Gott-Komplex

Posted on: November 26th, 2011 by crille No Comments

 

Folgendes Video mit deutschem Untertitel zeigt einen der interessantesten Vorträge, die ich je gesehen habe. Tim Harford erklärt, warum Trial & Error (also Versuch und Irrtum) häufig die einzige Lösung für ein Problem darstellt. Und wie der Gott-Komplex (einiger Wissenschaftler) im Widerspruch dazu steht.

In meiner Geschichte bin ich auch immer wieder mit dem Gott-Komplex konfrontiert worden: Sobald man in einem Team an einem gemeinsamen Ziel gearbeitet hat, heißt es, dass Teamwork, Kommunikation, Verantwortungsbereiche und Zusammenarbeit das wichtigste wäre. Immer wird einem das eingetrichtert!
Aber die wirkliche Lehre aus meinen vergangenen Projekte - egal, ob Open-Air-Veranstaltungen, Schul- oder Softwareprojekt - ist: Vertraue niemanden! Kontrolliere die anderen! Mach es am besten selber.

teamwork 374x510 Der Gott Komplex
[via endlessorigami]

Und warum ist das so? Wegen dem Gott-Komplex! Da sitzen irgendwelche Theoretiker zum Thema "Projektmanagement" zusammen und denken über das optimale Management eines Projektes nach. Und natürlich kommen sie in ihrem theoretischen Gedankenspiel darauf, dass man eine gewisse Vorplanung machen sollte: Aufgaben identifizieren, Aufgaben- und Verantwortungsbereiche festlegen, Abhängigkeiten erkennen, usw. usf. Die eigentliche Umsetzung wird dann zum Kinderspiel.

Und ja: Sie haben Recht - Planung ist wichtig. Aber dann stellt man bei der Umsetzung plötzlich fest, dass es doch nicht so geht, dass ein Kollege krank ist, ein anderer deutlich mehr Zeit benötigt und die nötigen Werkzeuge vergessen wurden. Und schon sind die Voraussetzung des theoretischen Gedankenspiels verletzt und ein Großteil der Vorplanung war für die Katz. Planung ist halt nur dann sinnvoll, wenn man überhaupt planen kann. Aber selbst ein Projekt ist in der Regel so komplex, dass Planungen nur unter gewissen Voraussetzungen möglich sind und man mit Trial & Error weiter kommen würde.

Alte Bilder – neu fotografiert

Posted on: März 3rd, 2011 by crille No Comments

 

Irina Werning, Fotografin aus Buenos Aires, liebt alte Fotos. Bei ihrem Projekt "Back to the Future" stellt sie Fotos nach, die vor zig Jahren aufgenommen wurden. Sie fasziniert daran vor allem, wie die Menschen in ihrem Retro-Look heute aussehen und wie sie sich dabei fühlen das Foto nach zustellen.

Wohl jeder hat aus seiner Kindheit ähnliche Motive:

badewanne neu 510x177 Alte Bilder   neu fotografiert

zugrosserschuh neu 510x387 Alte Bilder   neu fotografiert

skateboard neu 384x510 Alte Bilder   neu fotografiert

zigaretten neu 510x201 Alte Bilder   neu fotografiert

strand neu 510x336 Alte Bilder   neu fotografiert

Weitere Bilder gibt es auf Irina Wernings Internetseite. Sehr lustig und schön gemacht.

Auch wenn es von mir sehr viele Fotos aus der Kindheit gibt, fällt mir ein anderes Foto ein, welches unbedingt mal so professionell nachgestellt werden müsste. Es zeigt meine Mutter mit ihren 8 Geschwistern - u.a. hat die älteste Tante meinen jüngsten Onkel auf dem Schoß - es wurde irgendwann in den 60ern aufgenommen.
Zwar wurde es Jahrzehnte später auf einer Hochzeit grob nachgestellt, es ist aber weit von der Qualität der oben gezeigten Fotos entfernt..

[via bleubird]

Supergau Stuttgart 21 #S21

Posted on: Oktober 12th, 2010 by crille No Comments

 

Ich muss gestehen, dass ich keine wirkliche Meinung zum Projekt "Stuttgart 21" hatte. Es schien mir so als sei es mal wieder "in" gegen etwas zu sein und diesmal war es eben das Bahnprojekt Stuttgart 21. Nachdem ich aber diesen Artikel von spiegelfechter gelesen habe, wurde mir erst bewusst, um was es bei dem Protest in Wirklichkeit geht:

  • Infrastuktur (durch den Wegfall von Gleisen ist ein Verkehrschaos auf den Schienen in Stuttgart (sowohl im Nah- wie auch Fernverkehr) vorprogrammiert)
  • Sicherheit (in den bislang vorgelegten Tunnel-Konzepten fehlen Oberleitungen/Signalanlagen, so dass davon auszugehen ist, dass die Tunnel größer als bislang veranschlagt werden müssen (zusätzliche Kosten); zudem eignet sich der Baugrund nicht für einen derartigen Tunnel)
  • Kosten
  • Das Schwaben-Kartell (auch in Stuttgart werden Aufträge an "der Politik nahestehende" Firmen vergeben)
  • Stadtentwicklung (die freiwerdenden Flächen (ehemals Gleise) in bester Citylage wurden bereits verkauft (an wen ist unklar))

Der Artikel von spiegelfechter ist sehr lesenswert.

Dass der Protest im Schlossgarten am 01.10. so eskaliert ist, lag wohl an der Polizei. Die angeblichen Pflastersteine, die auf die Polizisten geschmissen wurden, entpuppten sich als Kastanien. Zudem wird gemutmaßt, dass gefilmte Demonstranten die gegen die Polizei Pfefferspray einsetzten, in Wirklichkeit Polizisten waren, die eine solche Szene als spätere Rechtfertigung für ihr hartes Vorgehen aufnahmen.

Neben der Titanic und der heute show reagierte auch extra 3 mit dem goldenen Schlagstock auf diesen Polizeieinsatz:
[youtube TZRaVVXAi6o]

Ebenfalls sehr großes Kino, dass die baden-württembergische Regierung dazu übergegangen ist, Schulleiter aufzufordern, die Kollegen zu verpfeifen, welche an der Demo gegen Stuttgart 21 teilgenommen haben.

Das wirft alles kein großartiges Licht, auf die Demokratie hierzulande: Von irgendwelchen Firmen, die auf dem Rücken der Steuerzahler milliardenteure Mammutprojekte durchdrücken, über Polizisten, die auf Schüler und Rentner losgehen bis hin zu einer Regierung, die zur Denunziation auffordert.

Liefert mich ein! Sofort!

Posted on: Juli 21st, 2010 by crille No Comments

 

Das Leben ist hart, grausam und gemein! Und heute ist es noch ein bißchen fieser als sonst.

Ich wage mich gerade in die Tiefen von Java vor. Zwar hatte ich in der Uni etliche Kurse zur Java-Programmierung, aber man ist erst in einer Programmiersprache richtig drin, wenn man etwas größeres damit erstellen muss. Das Problem ist nur, dass man immer wieder an seine sprachlichen Grenzen stößt, viel nachschlagen muss und sich auch mit der Komplilierung & Ausführung von Java nicht wirklich auskennt. Theoretisch ist alles klar, aber das Praktische ist meist etwas komplizierter als gedacht.

Nachdem ich die letzten Tage etliche Zeilen Java-Code geschrieben hatte, wollte ich mich heute ran setzen und das Ganze von meinem lokalen Eclipse auf den Server bringen. Ich machte mir ein wenig Sorgen, ob ich die DB-Verbindung auf einer Linux-Maschine zum Laufen kriegen würde, zudem nutzte ich ein paar externe Java-Bibliotheken (jar), deren Pfade ja schließlich auch angepasst werden mussten.

  • Mein erster Ansatz einfach die Export-Funktion von Eclipse zu nutzen und das Ding in eine jar-Datei zu exportieren, funktionierte nicht. Die referenzierten Bibliotheken waren nicht bekannt.
  • Der Versuch die Angaben der .classpath-Datei im Editor auf die Serverpfade anzupassen und dann in Eclipse zu kompilieren, schlug auch fehl, da Eclipse die referenzierten Bibliotheken nicht mehr finden konnte.
  • Auch die Idee beim CL-Aufruf den classpath mit zu übergeben, brachte kein Erfolg
  • Ich landete dann auf der Seite von Thorsten Stein, der mit Apache Ant arbeitet, um eine Jar mit zusätzlichen Libraries zu bauen.
  • Mir kam das zu kompliziert vor. Ich wollte doch nur etwas umsetzen, was Millionen Java-Entwickler Tag für Tag machen: Ein Projekt kompilieren, welches zusätzliche Libraries verwendet. Das kann doch nicht so kompliziert sein!!!
  • Aber anscheinend ist es das: Ich landete schließlich bei FatJar einem Plugin für Eclipse, welches sich dafür rühmt, ein Jar erstellen zu können, welches weitere Jars enthält. Genau das, was ich wollte. Aber auch hier geschah nicht das, was ich wollte.
  • Langsam verzweifelte ich. Rufe ich vielleicht einfach nur mein Programm falsch auf? java -jar meineAnwendung.jar - Das muss doch richtig sein!
  • Die Stunden vergingen und ich machte absolut gar keine Fortschritte und offensichtlich gab es im Internet auch kaum jemanden, der ähnliche Probleme hatte. Es gab zwar viele Suchergebnisse, aber da waren die Probleme meist anders gelagert...
  • Ich entschloss mich, das Tutorial von Thorsten Stein abzuarbeiten. Toll: Ant installieren. Toll: Ant braucht JDK. Toll: JDK installieren!
  • Ich erhielt schließlich die jar mit den externen Libs und lud es auf den Server. Ich führte es aus. Wieder nichts.
  • Ich war mit meinem Latein am Ende. Seit 7 Stunden saß ich an diesem Problem und bekam es nicht gelöst.
  • Komisch, dass der Logger, den ich in meiner Anwendung verwende, eine leere Datei erzeugt. Moment! Könnte es sein, dass das Programm doch ausgeführt wird und nichts macht, weil es nichts gibt, was es machen muss?
    Ja, denn das Ergebnis dieser Abfrage ist auf dem Server leer:
    ResultSet rs = stmt.executeQuery("SELECT idprojects FROM projects WHERE download_url IS NOT NULL AND short_name IS NOT NULL AND (status != 1 OR status != 6)");
    while (rs.next()){
    Project pro = new Project(rs.getInt(1));
    pro.update();
    }

Ich hatte also den ganzen Tag damit zugebracht, einen Fehler zu finden, den es gar nicht gibt.

Komm ich jetzt ins Fernsehen?! Jo!

Posted on: Februar 19th, 2010 by crille No Comments

 

Nicht ich war im Fernsehen, sondern mein Hobby. ;-)

Wie ihr vielleicht wisst, stelle ich meine ungenutzte Rechenzeit mit BOINC der Wissenschaft zur Verfügung und rechne dabei im Team SETI.Germany, wo ich Administrator bin und schon einiges programmiert und gestaltet habe. So auch eine sehr übersichtliche Startseite, die offensichtlich so gut ankommt, dass das WDR Fernsehen in einem Bericht zum verteilten Rechnen in der aktuellen Stunde diese Seite gezeigt hat und sie wie folgt beschreibt:

Lust mitzumachen? Die Webseite Seti Germany erklärt schön und auch in Deutsch, wie das mit dem verteilten Rechnen für wissenschaftliche Projekte funktioniert. Hier werden auch die Projekte vorgestellt, an denen man sich beteiligen kann. Die ideale Startrampe für jeden, der gerne mitmachen möchte.

Zu dem Beitrag Rechnen für die gute Sache hat der WDR diese Seite eingerichtet, auf der man sich auch den Fernsehausschnitt nochmal anschauen kann.

An dieser Stelle möchte ich nochmal auf die vielen Teamkollegen bei SETI.Germany verweisen, die das Design mitgestaltet haben und viele Vorschläge eingebracht haben - so auch zu der übersichtlichen Startseite. Etwas Gutes ist immer Teamarbeit!