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Die Kunst des Wartens

Posted on: September 3rd, 2011 by crille No Comments

 

Es gibt wenige Dinge, über die ich mich aufrege. Eine Sache, die ich mich jedes Mal zur Weißglut bringt, passiert in regelmäßigen Abständen am Hamburger Hauptbahnhof. Gestern Mittag war es beim Einsteigen in den Metronom wieder einmal soweit: Der Zug kommt mit Fahrgästen in Hamburg an, die dort erst mal aussteigen müssen ehe man selber einsteigen kann, um in Richtung Bremen zu fahren. Für einige Passagiere scheint dieser Vorgang über ihren geistigen Horizont zu gehen oder - noch schlimmer - sie haben keinerlei Erziehung genossen. Damit Leute aus dem Zug aussteigen können, muss man ihnen nämlich Platz lassen, sonst können sie nicht aussteigen. Hört sich selbstverständlich an, ist es aber anscheinend nicht.

Die vier Stufen des in den Zug-Drängelns:

  1. Während die Reisenden aussteigen, stellt man sich von außen immer dichter vor die Tür. Schließlich muss man gucken, ob da wirklich noch mehr Leute aussteigen wollen... Kann doch nicht sein, dass das so lange dauert...
  2. Sobald sich eine Lücke bildet, stürmt man in den Einstiegsbereich des Waggons. Schließlich kann man dann noch besser sehen, wie lange es noch dauert. Zudem kann der Zug nicht ohne einen losfahren und man ist garantiert ERSTER. Folge: Freie Sitzwahl! Juhhu!
  3. Der Drängler steht in zweiter Reihe. Er drängelt sich an die anderen Wartenden vorbei, um als ERSTER in den Waggon zu kommen. Wieso vorgedrängelt? Da war doch eine Lücke, die musste man einfach nutzen, um den bald abfahrenden Zug noch zu bekommen! Was kann der Drängler dafür, wenn die anderen lieber warten wollen?
  4. Man stürmt in den Eingangsbereich des Waggons und pöbelt noch die Aussteigenden an, dass sie mal schneller machen sollen!

Ich habe sämtliche Formen des Drängelns in Hamburg erlebt. Gestern konnte es eine ältere Dame nicht mehr Abwarten, bis die restlichen drei Leute ausgestiegen wären. Nein, sie musste einfach den Sitzplatz ergattern. Der war doch schon leer. Da saß sie dann und grinste die später hereinkommenden Fahrgäste an. Schaut, ich habe einen Fensterplatz!

T-O-L-L

Gesucht: Bewegtes Arthur Guinness Gemälde

Posted on: März 27th, 2011 by crille No Comments

 

Als wir in Dublin in einem Pub waren, gab es da ein Bild an der Wand. Als Motiv war ein Mann mit Perücke (Barock) - sollte wohl Arthur Guinness sein - abgebildet, der an einem Tisch saß. Das Bild wirkte wie ein richtiges Gemälde mit einem breiten Rahmen, etwas komisch war bei näherer Betrachtung jedoch, dass es von hinten beleuchtet schien.

Das Bild nahm man zuerst überhaupt nicht wahr, weil es absolut normal erschien. Irgendwann meinte jemand: "Im Bild hat sich etwas bewegt!" Und wirklich: Alle paar Minuten wurde der Mann mit Perücke im Bild aktiv: Mal rauchte er eine Zigarre, mal hörte er per Kopfhörer Musik, kratzte sich oder schnitt eine Grimasse. Und nach jeder Aktion verfiel er für einige Minuten wieder - wie es sich für ein Bild gehört - in Bewegungslosigkeit.

Ich meine, dass ich dieses Bild auch schon in Berlin in einer Kneipe gesehen habe und gehe deswegen davon aus, dass es ein Angebot von Guinness für Kneipiers ist.

Wisst ihr, ob man sich das auch irgendwo in Internet angucken kann bzw. welche Kneipe in Hamburg oder Bremen so ein Bild hat?

PS: In meiner Kneipe wäre das Bild direkt neben der PAINstation installiert. ;o)

Rapid Wien – Hamburger SV 3:0

Posted on: September 18th, 2009 by crille 1 Comment

 

Es gibt Spiele, da wird die Fußballwelt auf den Kopf gestellt. Rapid Wien gewinnt gegen den 1. der Fußball Bundesliga verdient mit 3:0. Das zeigt zum einen, warum Fußball so eine Faszination ausübt und zum anderen, warum prophetische Aussagen selten Sinn machen, wie dieses von Spreeblick zum Spiel HSV - VfB Stuttgart, das der HSV mit 3:1 für sich gewinnen konnte:

HSV gegen Stuttgart, das hat schon beinahe internationales Gepräge: jedenfalls hat dieses Spiel gezeigt, warum der HSV international konkurrenzfähig ist. Und warum der VfB nicht.

Auf mich wirkte der HSV so als hätten sie vorher schon geglaubt, dass das Ding gewonnen wäre. Dass Rapid Wien dann über sich hinaus wächst, ist zwar verständlich, aber das Aufbäumen bei den Hamburgern fehlte - schließlich kann es wohl unmöglich das Ziel sein, den gegnerischen Torwart bis zur 69 Minuten unbeschäftigt zu lassen.

Aber als Werder-Fan muss man ehrlich zugeben, dass es beim späteren Spiel Werder Bremen - Nacional Funchal ebenfalls zu einem Debakel hätte kommen können. Werder führte 2:0 und hatte das Spiel im Griff - bis die Portugiesen Werders Schwächen in der Verteidigung ausnutzten und aufs 2:2 ausglichen. Glücklicherweise schoss Werder noch das 3:2.

3x ist Bremer Recht

Posted on: Mai 11th, 2009 by crille No Comments

 

Nach den vier Partien innerhalb von drei Wochen zwischen Werder und Hamburg steht es 3 : 1 für Werder. Hamburg ist aus dem DFB-Pokal, dem UEFA-Cup und so wie es aussieht, auch der Meisterschaft ausgeschieden.

Mich wunderte vor allem das gestrige 2:0 für Werder in der Meisterschaft, denn schließlich befindet sich Werder im Niemandsland auf dem 10. Tabellenplatz während Hamburg noch um die Meisterschaft mitspielen konnte.

Das 3:2 Bremens im UEFA-Cup bei Hamburg war ein unglaubliches Spiel. Hamburg hatte im Hinspiel 1:0 in Bremen gewonnen, führte schon 1:0. Dennoch drehte Bremen das Spiel zu 'nem 1:3.
Klar, die alleinige Schuld für diese Wendung war eine Papierkugel, die auf dem Platz lag und zum Werder-Tor führte. Klar, nur daran lag's! Und ja, liebe Hamburger, der Schiri war unfähig, weil er keinen Elfer für Hamburg pfiff. So war's! Genau...

Hier nochmal die vier Spiele:

  • 22. April - DFB Pokal Halbfinale (in Hamburg) 1:1 nach 90 Minuten (1:3 für Werder nach Elfmeterschießen)
  • 30. April - UEFA Cup Halfinale Hinspiel (in Bremen) 0:1 für Hamburg
  • 07. Mai - UEFA CUP Halbfinale Rückspiel (in Hamburg) 2:3 für Werder
  • 10. Mai - Bundesliga (in Bremen) 2:0 für Werder

Und damit sollte auch die Frage nach der Nummer 1 im Norden beantwortet sein... :o)

Supply & Demand

Posted on: Dezember 7th, 2005 by crille No Comments

 

img 4494 Supply & Demand

Wann kam ich das erste mal mit den Hives in Berührung? Es muss irgendwann im Herbst letzten Jahres gewesen sein, als ich auf der - leider mittlerweile stillgelegten - Homepage turnbeutel deluxe unterwegs war. Dort waren auch einige Lieder zum Download verlinkt, u.a. die Hives. Und ich dachte einfach nur: "Scheiße, die rocken ja ohne Ende!" Coole Punk'n'Roll-Mucke, die dir - ähnlich wie AC/DC - einfach nur direkt den Arsch wegrockt! Verdammt, und ich kannte sie nicht...

Kurze Zeit später stellte ich fest, dass sie aufm Hurricane 2004 waren. "Schön" mag jetzt der ein oder andere denken, ich ärgerte mich aber, weil ich auch da war und sie nicht gehört habe. Verdammt!

Dafür war ich aber am 9.4.2005 im Pier 2 in Bremen. Mit dem Fred ging's ab zum Konzert. Vor dem Laden saß ein Mädel neben einen Kasten und wollte ihre Karten zu einem leicht übertriebenen Preis raushauen, aber uns kümmerte es nicht, denn wir hatten unsere Karten für die Hives-Hölle... :-) Nichts desto trotz scherzten wir über das Mädel rum und meinten, dass eh gleich der Kasten neben ihr aufgemacht wird, um die restlichen Karten an der Abendkasse zu verkaufen. Und so war's dann auch... Ein sehr schönes Bild.
Am Eingang fragte mich dann eine, ich zitiere wörtlich: "Können Sie mir mal Feuer geben?" Verdammt, seh ich schon so alt aus, dass man mich sietzt? Ok, ich gebe zu... Ich war mit damals 24 Jahren schon einer der älteren auf dem Konzert, aber gleich sietzen... Unverschämtheit!!!

Wir waren früh da, konnten uns noch ein kühles Blondes an der Theke genehmigen. Die Vorgruppen waren ok. Langsam wurde es voll. Und dann ging's los!!! Mein Cousin der eben noch neben mir stand, war innerhalb von 2 Sekunden aus meinem Blickfeld geraten. Ich habe noch nie so viele Leute so abgehen sehen. Und ich mittendrin. Nach dem halben Set war mein T-Shirt, Hose und meine Haare so nass als wäre ich kurz vorher in die Weser gesprungen. Sehr geil! 10m nach vorne, 10m zurück und die ganze Zeit Rock'n'Roll! 20 Minuten vorm Ende stieß mir dann jemand die Brille vom Kopf, was nicht gerade toll ist. Sie zu suchen, war 'ne Mission Impossible und da ich eh mit meinen Kräften am Ende war, ging ich in Richtung Toiletten. So gut tat mir selten eine Dusche unterm Wasserhahn. Schnell zur Theke und noch für ein bißchen Abkühlung von innen gesorgt. Als das Konzert zu Ende war, habe ich irgendwann meinen Cousin Fred gefunden, der ähnlich zugerichtet war. Zum Glück hatte er seine Brille noch und wir konnten gen Heimat fahren.

Und auch, wenn ich danach etwa 2 Wochen blind in der Gegend rumlief, von den Vorlesungen nichts mitbekam und selten wusste, ob die Fußgängerampel rot oder grün ist (kleiner Scherz!), hatte sich dieses Konzert sowas von gelohnt! Verdammt, das ist ultimativer Rock!