Silvester

Der Jahreswechsel bei meinen Eltern wird immer gleich begangen: Kurz vor 0 Uhr geht es zum Pavillon im Dorfmittelpunkt, wo man sich mit den Nachbarn trifft. Dabei scheint vorher klar geregelt zu sein, wer was mitbringt: Sekt, Sektgläser, Punsch, Amaretto, Becher und Glückskekse (warum auch immer).

Nachdem wir uns gegenseitig ein frohes neues Jahr wünschten, merkten wir schnell, dass niemand Feuerwerk dabei hatte. Noch nicht mal Wunderkerzen. Es blieb also sehr ruhig im Dorf. Sehr, sehr ruhig.

Als Kontrastprogramm sei euch folgendes Video aus Berlin ans Herz gelegt:

[via nerdcore]

Landung in Hamburg

Es gibt natürlich schöneres als wieder in Hamburg zu landen, nachdem man zwei Wochen Sonne, Meer, Strand und 30° hatte. Aber unser Landeanflug auf Hamburg war dieses Mal wirklich schön und dank neuester Smartphone-Technologie ist ein sehr sehenswertes Video entstanden. Über den Wolken geht es los, und man sieht die Elbe, Wedel, Blankenese.. Auch die butterweiche Landung in Fuhlsbüttel ist auf dem Video:

Der Start auf Kos ist natürlich ebenfalls bei Youtube zu finden.

Tolino eReader Displaybruch: Keine Kulanz bei thalia

Auf thalia.de habe ich im Dezember 2013 den eReader tolino shine erstanden. Ich habe mich bewusst gegen Amazon entschieden, weil ich fand, dass man ruhig ein deutsches Produkt unterstützen kann. Im Nachhinein eine Fehlentscheidung.

Doch fangen wir von vorne an:
Auf Kos, im zweiwöchigen Urlaub angekommen, öffnete ich meinen Rucksack mit meinem eReader, auf dem sich fast meine gesamte Urlaubslektüre befang. Der eReader war in der geschlossenen Schutztasche im Rucksack verstaut. Ich schaltete den tolino shine an und bemerkte einen Displaybruch, der dazu führte, dass das obere Drittel des Bildschirms nicht mehr angezeigt wird. Super! Der GAU schlechthin, denn ich hatte nur ein anderes „analoges“ Buch mit, zu wenig, um den gesamten Urlaub mit Lesestoff eingedeckt zu sein. Und ihr kennt das: Wann lesen, wenn nicht im Urlaub?!

Verärgert schrieb ich direkt auf Kos an thalia eine Mail, in der ich kurz die Situation erklärte und um eine Rücksendeadresse bat, denn dann könnte ich noch am vorletzten Urlaubstag meinen eReader innerhalb der Gewährleistung an thalia zurück schicken.

Von thalia erhielt ich relativ zügig eine ausführliche Antwort. Der zentrale Satz der thalia-Mail war:

Bitte beachten Sie, das ein Displaybruch generell nicht unter die Gewährleistsung [sic] fällt.

Schon klar. Geld nehmen – kein Problem. Gegenleistung? Äh? Wie wird Gewährleistsung noch geschrieben?

Damit wollte ich mich natürlich nicht zufrieden geben. Ich schrieb eine rhetorisch sehr gehaltvolle E-Mail, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

Ein paar Rückfragen:
1. Wenn ein Displaybruch generell nicht unter die Gewährleistung fällt, bedeutet das, dass ich die Kosten einer ggf. durchführbaren Reparatur (inkl. Versand) selbst zu tragen habe?
2. Ferner interessiert es mich, welche Funktion die eReader Tasche hat und warum trotzdem das Display brechen kann. Ich zitiere aus der Produktbeschreibung:
„[…]bietet passgenauen Schutz für Ihren tolino shine.“ und „[…] schützt das Display des tolino shine.“
3. Obwohl ich eigentlich Kunde eines großen Konkurrenten bin, habe ich mich bewusst für thalia und das tolino shine entschieden, da es ein deutsches Produkt ist, welches von Stiftung Warentest mit einer Bestnote versehen wurde. Bei ihrem Konkurrenten hatte ich nie Probleme mit Reklamationen. Nennen Sie mir einen Grund, weswegen ich meinen nächsten eReader bei Ihnen kaufen sollte, denn dazu wird es wohl kommen, wenn der Displaybruch nicht unter die Gewährleistung fällt.

Auf die Antwort von thalia war ich wirklich gespannt. Sie enttäuschte aber gänzlich:

Wir sind stets auf die bestmögliche Qualität unserer Produkte bedacht. Unserer eReader werden in der Produktenwicklung auf die Empfindlichkeit der Displays getestet und erfüllen die branchenüblichen Anforderungen an die Displaystabilität. Daher können wir ausschließen, dass es sich um einen Produktionsfehler handelt. Vielmehr liegt die Vermutung nahe, dass ein Displaybruch bei einem eReader auf eine unsachgemäße Behandlung des Geräts zurückzuführen ist – derer sich der Nutzer vielleicht nicht bewusst ist.

Daher kann leider nur eine Reklamation über den Hersteller Longshine Technologie Europe GmbH statt finden. Die Kosten hierfür müssen selber getragen werden.

Anstatt auf meine Rückfragen zu antworten, wird mir eine unsachgemäße Behandlung unterstellt, derer ich mir nicht bewusst bin… Hallo?!? Das ist mal eine geniale Strategie und spiegelt die Servicewüste Deutschland sehr gut wider:

  • „Sie haben es unbewusst kaputt gemacht!“
  • „Hhhmmm.. Aber ich habe mir extra die Schutztasche gekauft, damit es besser geschützt ist.. Wie genau habe ich es denn kaputt machen können?“
  • „Das haben Sie doch unbewusst gemacht. Sie wissen es nicht. Wie sollen wir es dann wissen?“
  • „Okaayyy… Wenn ich das unbewusst gemacht habe, bin ich ja nicht schuld. Kriege ich den eReader dann erstattet?“
  • „Nein.“
  • „Warum nicht?“
  • „Aus Gründen!“

An dieser Stelle würde mich eure Meinung interessieren:

  1. Darf thalia sich um die Gewährleistung drücken, indem sie behaupten, ich hätte „unbewusst“ das Gerät unsachgemäß behandelt?
  2. Welche Daseinsberechtigung hat eine Schutztasche, wenn sie nicht sicherstellen kann, dass das Display innerhalb eines Rucksacks geschützt ist? Der Rucksack wurde weder geworfen, noch ist er auf den Boden gefallen.
  3. Ich lese viele oReilly-eBooks mit Codeschnipseln und Tabellen. Die wurden im tolino leider meist nur unvollständig angezeigt. Kennt ihr einen eReader, mit dem man auch solche Bücher lesen kann?

Hochzeit feiern – Ein Rückblick

Für uns war sehr lange offen, wie wir unsere Hochzeit feiern wollen. Es gab die Idee nach Las Vegas zu fliegen und dort zu heiraten. Wir konnten uns vorstellen, trotz stürmischer Überfahrt auf Helgoland zu heiraten. Wir saßen am Strand von Antalya und beschlossen, wenn wir heiraten, dann aber richtig: Wenn Kirche, dann ein Gospel-Gottesdienst. Wenn Musik, dann die 12-köpfige Band Gaz Guzzlers, die mit ihrem Funk & Soul die Tanzfläche zum Beben bringen sollten. Wenn Hochzeitstorte, dann eine von Christine Bergmayer, die im Harrods in London als Demi Chef Patissier gearbeitet hat.

Wir waren mitten in der Brainstorming-Phase und kramten alle möglichen Ideen hervor. Die Option „nur im ganz kleinen Rahmen zu heiraten“ rückte immer weiter in den Hintergrund und irgendwann war klar, die Hochzeit größer zu feiern.

Organisation

Die frühen Planungen (etwa ein halbes Jahr vor der Feier), insbesondere die Terminabsprache mit dem Gastwirt und dem DJ war mit der schwierigste Part. Wir wollten in Rüspel bei Lütten’s Hoff feiern (das Essen ist dort einfach phänomenal) und als DJ sollte Schabba-Heinz auflegen, der die Hochzeit von Susanne & Malte aber so richtig rockte. Mit dem Wirt hatten wir im Januar bei Eis und Schnee den 16.08. als Termin festgelegt, aber Schabba-Heinz konnte nur am 09.08. Der mittlerweile halboffizielle Hochzeitstermin 16.08. wurde auf den 09.08. vorverlegt.

Das Versenden und Verteilen der Einladungen fand etliche Monate vor der Feier statt. Das Gefühl „ist ja noch ein bisschen hin“ hatte von uns Besitz ergriffen und dass wir bald heiraten würde, realisierten wir kaum.

Der Termin rückte immer näher und damit wurde die Organisation immer filigraner: Welche Suppe bekommen die Vegetarier? Wollen wir Kartoffelgratin gegen Kroketten austauschen? Welche Lieder wollen wir zum Eröffnungs-, Schleier- und Kranztanz?

Und dann das große Thema „Sitzplan“: Unsere erste Idee war gar keinen Plan zu machen – denn auf Hochzeiten in meiner Kindheit gab es auch nie Sitzpläne und das klappte prima: Alle saßen auf ihren vier Buchstaben und fast noch wichtiger: Niemand konnte das Brautpaar dafür verantwortlich machen, wenn sie am Restetisch hinter der Bühne neben den Toiletten sitzen.
Aber ich ließ mich davon überzeugen, dass eine Sitzordnung auch Vorteile hat. Doch für einen Sitzplan benötigt man alle Namen, was v.a. bei den Begleitungen der Kollegen schwierig (aber lösbar) war. Der Sitzplan selbst war dann nicht mehr das Problem, denn wir konnten die einzelnen Gruppen überraschend gut aufteilen. Hier und da gab es natürlich Kompromisse, aber ein Restetisch konnte verhindert werden ;)

Die Hochzeit selbst bestand aus mehreren Terminen, die über zwei Wochen verteilt werden musste, weil die Chefin meiner Frau auf drei Wochen Urlaub bestand.  Was zuerst ein Ärgernis war, ist im Nachhinein ein Glücksfall, denn so konnte der Stress (und ja den gibt es!) verteilt werden:

  • 31.07.2014 – Standesamtliche Trauung in Hamburg-Wandsbek und anschließend mit 13 Personen in der Ristorante Cristina’s
    Standesamt

    Die eigentliche Trauung in Hamburg-Wandsbek dauerte nur 10 Minuten. Die Hochzeitsgesellschaft vor uns stand noch direkt vorm Trauzimmer als wir heraus kamen. Eine weitere Gesellschaft stand unten im Standesamt. Kurzum: Die Trauungen finden im Standesamt für den größten Bezirk Hamburgs im 20 Minuten Takt statt. Aber das war schon bei der Anmeldung zur Trauung absehbar, schließlich gibt es auf dem Standesamt drei Büros, die sich nur um die Anmeldung von Trauungen kümmern.
    Umso besser war das anschließende Essen beim Italiener, der keine Speisekarte hat, sondern das zubereitet, was er saisonal auf dem Markt  bekommt. Bilder sagen mehr als Worte:
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  • 07.08.2014 – Kranz aufhängen mit den Nachbarn in PlatenhofKranz aufhängen
    Das Aufhängen des Kranzes ist ein schöner Brauch: Die Nachbarn binden zwei Kränze. Ein Kranz für den Saal und ein Kranz für das Haus des Brautpaars. Der Kranz wird einige Tage vor der Hochzeitsfeier von den Nachbarn aufgehängt, das ganze Dorf kommt zusammen und es wird gegrillt, getrunken und geschnackt. Toll, dass man auch einen Kranz bekommt, obwohl man schon über 10 Jahre in Hamburg wohnt und viel zu selten in Platenhof ist.

Der Tag der Hochzeitsfeier

Die Mädels (meine Frau, Schwester und Mutter) hatten um 10:30 Uhr ihren Friseurtermin. Als sie gegen 12:30 Uhr wieder da waren, gab es zur Stärkung Pizza. Plötzlich krachte es im Mund meiner Mutter – meine Mutter hatte auf einen Stein gebissen. Kurz bevor es losging, musste sie noch zum Zahnarzt.

Um kurz vor 16 Uhr gingen wir zu unseren Nachbarn, die Fotografen sind und uns ein Fotoshooting geschenkt haben:

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Um 17 Uhr ging es nach Rüspel, wo wir mit knapp 120 Gästen feiern wollten. Auf der Fahrt kamen wir ein wenig zur Ruhe und man ging nochmal die Rede durch, hatten wir an alles gedacht? War alles mit dem Wirt besprochen?

Die Begrüßung der Gäste war aufregend. Wir bekamen viele tolle Geschenke. Es war schön alle wieder zu sehen. Auf der anderen Seite stieg aber auch leichte Panik auf: Mein Gott, 120 Gäste sind ganz schön viele!

Schabba-Heinz heizte den Gästen ordentlich ein als wir in den Saal „einmarschierten“. Eine einmalige Erfahrung.  Ebenso einmalig ist es, eine Rede vor 120 Leuten zu halten. Natürlich war ich aufgeregt, aber es hielt sich in Grenzen. Ich habe mir extra nur Stichworte aufgeschrieben, weil ich nichts schlimmer finde als eine Rede als Lesewettbewerb aufzufassen. Im Nachhinein hätte ich es aber wie mein Vater machen sollen: Einfach ablesen. Es wirkt sicherer und man verheddert sich nicht so leicht. Um frei Reden halten zu können, muss man üben üben üben.

Das Essen in Rüspel ist wirklich 1A. Ein paar Bilder vom Buffet:

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Zu „Rio Reiser – Für immer und dich“ tanzten wir den Eröffnungstanz. Der DJ verstand es die Leute auf die Tanzfläche zu bringen. Er spielte wirklich abwechslungsreiche Musik und trotz Pausen war die Tanzfläche immer voll.

Hochzeitsfeier

Die weiteren Highlights des Abends:

  • Ein Feuerwerk von meiner Schwester
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  • Der Schleiertanz
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  • Brautstrauß werfen
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  • Die Hochzeitstorte
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Und zum Abschluss wurde noch ordentlich gerockt:

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Fazit

Wir würden alles genauso nochmal machen.

Für uns als Brautpaar verging die Feier wie im Flug und viel zu schnell. Man hätte mit so vielen Gästen noch sprechen, tanzen und feiern wollen. Und trotzdem haben wir genau das die ganze Zeit gemacht. Eine einmalige Feier, an die wir noch lange denken werden!